→ Frankfurts oberster Saubermann macht Schluss
Sauberkeitssheriff, Mülljäger, Sherlock Schmutz, Abfall-Fahnder, Kabel-1-Ermittler: Heute ist der letzte Arbeitstag von Deutschlands berühmtestem Saubermann, Peter Postleb (65).
12 Jahre Leiter Stabsstelle Sauberes Frankfurt, 10 Jahre mit Polizeibefugnissen, 40 Jahre Mitarbeiter der Stadt Frankfurt. Diplom-Ingenieur, Grüner. Er sagt immer, wie es ist, auch wenn er damit im Römer aneckt. Vor ihm zittern Müllsünder, ist kein Dreckplatz sicher. Sein Einsatzgebiet ist groß: Von illegalen Graffitis über Sperrmüllkippen, Tauben-Plagen, Bettler-Lagern, Wild-Plakatierern, singenden Mülleimern bis zu nicht weggeräumten Hundehaufen. Was Postleb besonders auszeichnet: Er ist stets an vorderster Front dabei, er sitzt nicht wie andere Amtsleiter im Büro und delegiert. Er geht als Magistratsdirektor selbst auf Streife, stellt Dreckspatzen. Verteilt Strafzettel. In den letzten 10 Jahren hat Postleb 2500 Schmutzfinken angezeigt – entspricht 1 Anzeige pro Tag.
2001 wurde Postleb von Petra Roth direkt im OB-Büro als Geheimwaffe für mehr Sauberkeit eingesetzt. Denn die Frankfurter stöhnten damals unter dem enormen Dreck in der City, wählten Roth (erneut), weil sie mehr Sauberkeit versprach.
Doch heute geht die Ära Postleb bei der Stadt zu Ende. Seine letzte Mission: Büro (auf)räumen. Erinnerungsstücke packt er ein: U.a. Reste des Kunstwerks, das er 2005 als Müll entsorgen ließ, dadurch weltweit bekannt wurde.
Morgen ist Postlebs 1. Tag in Rente. Er macht sich mit einer Beratungsfirma selbständig. Wer auch immer Postlebs Nachfolger wird – die Fußstapfen werden groß für ihn sein ...
Bild Frankfurt, 31.10.2013

→ Peter Postleb hat in der Stadt das Gesicht hingehalten, sobald es um Müll aller Art ging. "Ich bin der einzige Magistratsdirektor, der rausgeht und mit anpackt", sagt Postleb selbst über sich. Die Stabsstelle ist eine zwölfjährige Erfolgsgeschichte. Die Stadt Erfurt kopierte das Frankfurter Modell einer Zentralinstanz für Ordnung und Sauberkeit eins zu eins. Auch andere Großstädte wie München hätten sich an Frankfurt orientiert, berichtet Postleb. "Wir haben schon ein bisschen Pionierarbeit geleistet."
Die Welt, 12.8.2012

→ Die Einrichtung einer Stabsstelle allein nutzt nichts, es braucht eine Person mit Kraft und Mut wie Postleb zur Umsetzung. Und konsequente Anwendung.
Wiesbadener Kurier, 18.4.2013

→ Es war eine schöne Zeit. Peter Postleb hat viel dazu beigetragen, dass Frankfurts Ruf in die Welt hinausging – und sein eigener natürlich auch. Mehr als 100 Mal trat der Leiter der Stabsstelle Sauberes Frankfurt seit 2001 allein im Fernsehen auf. Bei ARD und ZDF, aber gerne auch bei RTL und RTL II, Sat und Pro7. Sehr beliebt bei den Journalisten sind bis heute auch die einprägsamen Titel seiner Abfall-Kampagnen. Postleb rief das schöne Motto „Müll macht schlechte Laune” aus. Oder die „Aktion Müllferkel”. Oder er verteilte „Rote Karten” an alle, die eine Kippe achtlos in die Fußgängerzone schnippten.
FR-online, 15.2.2013

→ Es dürfte nicht leicht werden, einen Nachfolger für den profilierten und engagierten Postleb zu finden. Klar ist bisher nur: Auf die Suche macht sich nicht Oberbürgermeister Peter Feldmann, sondern Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. Heilig kündigte an, für Postlebs Nachfolge „eine ebenso entschieden agierende Persönlichkeit auszuwählen”. ... 
Postlebs Stabsstelle koordinierte zunächst Aktivitäten zur Verbesserung der Sauberkeit im öffentlichen Raum. Später initiierte Postleb auch eigene Projekte. Bekannt ist zum Beispiel die „Fegerflotte”. Sie besteht aus ehemaligen Drogenabhängigen, die im Bahnhofsviertel werktäglich in zwei Schichten zurückgelassene Spritzen und Fixerutensilien einsammeln. Auf das Wirken der Stabsstelle geht auch der verschärfte Bußgeldkatalog für Müllsünder zurück. Statt im Büro zu sitzen ist Postleb lieber auf Streife unterwegs und kassiert zum Beispiel 20 Euro für eine weggeworfene Zigarettenkippe.
Frankfurter Neue Presse, 12.8.2013

→ Parkwächter in Frankfurt: Auf Streife im Dienste der Sauberkeit.
„Es ist wichtig, dass die Wächter nicht als Rambos auftreten”, sagt Peter Postleb, Leiter der Stabsstelle, die dem Oberbürgermeister untersteht. Petra Roth (CDU) hatte sie 2001 ins Leben gerufen, mit dem Ziel, „alles, was mit dem Thema Sauberkeit und Ordnung zu tun hat, an einer Stelle zu koordinieren”, wie Postleb sagt. Seine Abteilung koordiniert seitdem die Arbeit mehrerer städtischer Ämter und Gesellschaften. Die Parkwächter sind nur eins von mehreren Projekten, das die Stabsstelle verwaltet.
Seit die Ordnungshüter die Parks durchstreiften, habe es mit der Zeit immer weniger Unruhestifter gegeben. „Nur wenn die Leute wissen, dass kontrolliert wird, halten sie sich an die Regeln”, sagt Postleb.
FAZ, 20.7.2013